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Das 5 Rollen Modell als Möglichkeit für gleichwertige Beziehungen

on Apr 16 in Blog posted by

Es ist für das Leben und Handeln in einer Gesellschaft und ihrer Strukturen wichtig, sich der verschiedenen Rollen und den damit gekoppelten Regeln und Mustern bewusst zu werden. Diese Rollen werden dann zu „sozialen Rollen“, wenn ein Individuum die gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen Regeln und Normen integriert und situationsspezifisch anwenden kann.

G. Herbert MEAD schreibt von der Notwendigkeit eine Unterscheidung zu treffen zwischen der Selbstwahrnehmung („I“) und der Fremdwahrnehmung („Me“). Beide Positionen bedingen ein gegenseitiges Lernen und Erfahren. Er weist darauf hin, dass es zum Funktionieren einer Gesellschaft gehört, dass der Einzelne sich immer wieder in die Gedanken, Handlungen und Aktionen eines anderen oder einer anderen Gruppe/System hineinversetzt.

Im Folgenden soll ein theoretisches Modell vorgestellt werden, mit dessen Hilfe es möglich ist, dass jedes Paar und jede Familie ihre eigene Rollendefinition, ihre eigenen Regeln und ihre eigenen Werte findet. Diese sind natürlich eingebettet in das demokratische Gefüge des Sozialstaates.  Alte Rollenbilder sind zerfallen und neue sind noch nicht vorhanden. Es ist nicht möglich, neue Rollenbilder im Labor zu kreieren. Diese können nur von den betroffenen Personen selbst gefunden werden. Mit Hilfe unseres 5 Rollen Modells (siehe unten) erleben wir, dass – wenn in einer Beziehung diese 5 Rollen gelebt werden – das Gefühl, dass die Beziehung gut ist, dominiert. Fehlt eine Rolle, wird meistens inhaltlich das Gefühl von Mangel deutlich und Schwierigkeiten entstehen. Unsere Hypothese: Die 5 Rollen sollten sowohl beruflich als auch privat von jedem unterschiedlich definiert werden. Jede dieser Rollen wird inhaltlich mit den logischen Ebenen gefüllt. Das bedeutet beispielsweise für die Mann/Frau Rolle, dass von jedem einzelnen eine Vision gefunden werden muss, wie Frauen und Männer der Zukunft sein werden, welche Werte, inneren Einstellungen, welche Strategien und Verhaltensweisen in diesen neuen Rollen von Mann /Frau gelebt werden.

Es hat in der ganzen Menschheitsgeschichte noch nie gleichwertige Partnerbeziehungen gegeben, es gab immer Patriarchat oder Matriarchat, d.h. einer ist oben und einer unten. Wir haben nun erstmals die Chance, zu entdecken, was gleichwertiges Miteinander heißt. Unsere steigenden Scheidungsziffern zeigen, dass wir noch nicht sehr weit gekommen sind. Antworten darauf zu finden, ist eine große Herausforderung und bringt viel Leben in die Diskussionen.

1. Individuum:

Wenn wir diese Rolle leben, sind wir in Resonanz mit uns selbst, spüren den eigenen Körper und wissen, was wir brauchen. Wir leben die Vielfalt unserer Gefühle und wählen unsere Gedanken frei. In der Partnerbeziehung fühlen wir uns frei und geborgen. In betrieblichen Aufgaben haben wir Freude, unser Potenzial und unsere Fähigkeiten zu leben und zu präsentieren.

2. Frau/Mann:

In dieser Rolle leben wir als Frau in Resonanz mit unserer Weiblichkeit, als Mann in Resonanz mit unserer Männlichkeit. Wir genießen unsere Schönheit/Attraktivität. In unserer privaten Beziehung bewahren und verfeinern wir das lebendige Glücksgefühl des ersten Verliebtseins. Bei betrieblichen Aufgaben bereichern sich Frauen und Männern gegenseitig mit ihren speziellen Fähigkeiten statt das Anderssein zu bekämpfen.

3. Hierarchie:

In dieser Rolle leben wir die Balance zwischen Geben und Nehmen. Wir leben als Führender/Sorgender in Resonanz und können uns aber auch führen und umsorgen lassen. Wir bekennen uns einerseits zu Verantwortung, lassen uns auf der anderen Seite auch gerne verwöhnen. In unseren privaten Beziehungen bekennen wir uns zueinander, sorgen füreinander und nehmen gegenseitige Unterstützung gerne an. Im betrieblichen Umfeld nehmen wir Führungsqualitäten an, übernehmen gerne und mit Leichtigkeit Verantwortung, und können aber auch Hilfe und Unterstützung von anderen annehmen.

4. Gleichwertiges Miteinander – Spielen

In dieser Rolle bewahren wir uns die Neugierde und den spielerischen Entdeckungsdrang unserer Kindheit. In privaten Beziehungen können wir fröhlich und ausgelassen sein. Im betrieblichen Umfeld sind wir in Resonanz im Team als gleichwertiges Mitglied und bringen unsere individuellen Stärken gegenseitig ein.

5. Umfeld

In dieser Rolle leben wir in Resonanz mit unserem sozialen Umfeld und mit der Natur. Wir wählen unsere Freunde, sportlichen und kulturellen Aktivitäten und unser soziales Engagement selbst. Wir sind in privaten Beziehungen in das soziale Netz unseres Umfeldes eingebunden (Freunde, Bekannte, Verwandte, Natur, Sport, Kultur, Politik). Im betrieblichen Umfeld sind wir uns der ganzheitlichen Wechselwirkung zwischen Gesellschaft, Natur und Wirtschaft bewusst und handeln verantwortungsvoll.



3 Kommentare Leave a comment

  1. gerade auch hier entdeckt

    lg Dominik

    Kommentar by Dominik — 29. Juni 2012 @ 19:31

  2. Freuen uns über dein Interesse! Das 5 Rollen Modell hilft privat wie beruflich wirklich gut Balance zu finden und Klarheit zu schaffen. Viel Erfogl damit :)

    Kommentar by kutschera — 2. Juli 2012 @ 11:44

  3. Ive learn some excellent stuff here. Certainly worth bookmarking for revisiting. I wonder how a lot attempt you set to create such a fantastic informative web site. dcebddcakgce

    Kommentar by Johnk642 — 21. Juni 2014 @ 04:58

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