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Empathie – Eigenes und Fremdes unterscheiden

on Apr 02 in Blog posted , , , by

Seit den 1990ern ist es in der Neurobiologie immer leichter und exakter möglich zu messen, was in mikroskopisch kleinen Bereichen unseres Gehirns vor sich geht. So hat schon Albert Bandura in den 60er Jahren darauf hingewiesen, dass wir Menschen keine trivialen Maschinen sind, wie von Foerster ebenso beschreibt, sondern in uns komplexe Vorgänge des Lernens stattfinden. Unter anderem gehen diese beiden Wissenschaftler davon aus, dass ein Input von außen mehrere Reaktionen hervorrufen kann, also die klassische Verhaltenstheorie obsolet wird. Dieses Phänomen bezeichnet man heutzutage als MNS (mirror neuron system), die Spiegelneuronen. „Handlungen, Empfindungen, Gefühle und Stimmungen, alles, was uns andere vormachen oder zeigen, wird im Gehrin des beobachtenden Menschen – gleichsam wie in einem Spiegel – leise nachgeahmt. Nervenzellen, die darauf spezialisiert sind, bilden in unserem Gehirn das System der Spiegelneuronen. Spiegelnervenzellen übersetzen das, was wir sehen oder miterleben, in eine Art diskretes inneres „Mit-Tun“, sie sind die neurobiologische Grundlage für Albert Banduras Lernen am Modell.“ (Bauer, 2007: 27)

In der Resonanzmethode®, wenn man das weiterverfolgt, wie Joachim Bauer das beschreibt, gehen wir auf die angebotenen Schwingungen ein und in guter Kommunikation wird diese angebotene Schwingung von den Beteiligten übernommen – dieses Phänomen nennt man Empathie. Probleme entstehen dann, wenn die angebotene Schwingung zum Beispiel Ärger ist und wir mit Ärger zurückreagieren und dann nach dem Resonanzprinzip ein Aufschaukeln passiert, dass zu Gewaltakten und Aggressionen führen kann.

Resonanzkatastrophe
In der Physik wird eine der Gefahren als Resonanzkatastrophe bezeichnet: das ist dann, wenn die Amplitude/der Ausschlag größer wird als die rückführenden Kräfte, dann fliegt das ganze System auseinander.

Eigene Gefühle – Fremde Gefühle
Die zweite Gefahr der Empathie kennen wir vor allem von LehrerInnen und auch vielen anderen Berufen aus sozialen Bereichen wie Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte, Sozialarbeiter, die die Schwingung ihrer kranken oder zerstörten Klienten aufnehmen und nicht mehr aus dieser Empathie herauskommen.
Das heißt, sie sind am Abend müde und ausgelaugt, was natürlich die Work-Life-Balance wesentlich beeinträchtigt. Mit diesen schlechten Gefühlen, die von Fremden empathisch übernommen wurden, wird sehr oft ins Coaching gegangen. Es werden Coachingprozesse mit diesen Gefühlen durchgeführt, die eigentliche nur wieder aus dem System als Fremde Anteile ausgeschieden werden müssen.
Für Kinder und Jugendliche aber natürlich auch für Erwachsene sind sowohl real erlebte oder beobachtete Katastrophen somit im Gehirn gespeichert. Menschen akkumulieren Erfahrungen und vor allem Kinder und Jugendliche, bei denen die Neuronen noch aufnahmefähiger sind als beim Erwachsenen müssen mit den aufgenommen Informationen (Fernsehen, Internet, Zeitungen, etc.) erst einmal fertig werden. Lernen sie nicht, zu unterscheiden, was Eigenes und was Fremdes ist, so genügt oft nur ein „kleiner Funke“ und die Speicherungen der schmerzhaften Gefühle werden in Aggressionen entladen.

Das heißt, mit Hilfe der Resonanzmethode® können wir Hilfestellung geben und entscheiden, wann es sich um eigene schmerzhafte Gefühle handelt oder um aufgenommene.



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